Samstagmorgen in der Stolberger Straße

05.05.2012, 18:13 von Roberto Graf

ein Kommentar

Was gibt es Schöneres als an einem Samstagmorgen bei Regen in der Stolberger Straße gegen "Ewig-Gestrige" zu demonstrieren ?

Da kommt am 05. Mai von außen eine kleine Gruppe von Menschen (PRO NRW), die uns Aachenern sagen will, was für (=pro ?) NRW richtig sein soll. Ihre Parolen gleichen denen aus deutscher unglückseliger Zeit vor 80 Jahren (also aus dem letzten Jahrtausend)

Da fordern Sie u.a.
"Freiheit statt Islam". Freiheit nur für die Deutschen ? Freiheit nur für NCHT-Islam-Gläubige ?

NRW nur den Deutschen ?

Wem gehört eigentlich unsere Erde ? Viele Menschen glauben, dass es ein höheres Wesen (Gott, Allah, Jahwe, Shiva ...) ist, dem diese Welt gehört. Aus menschlicher Sicht betrachtet gehört bestenfalls jedoch dieser Planet allen Menschen gleichermaßen. Kein Platz dieser Erde und auch kein Gebiet gehört wirklich nur einem Menschen oder einem "Volk".

Zur Freiheit gehört für mich auch, dass jeder Mensch an jedem Ort dieser Welt seine Zelte aufschlagen kann und darf. Leider sind wir davon immer noch sehr weit weg und dass trotz ewiger Hinweise auf das höhere Wesen.

Traurig an diesem Morgen war auch, dass am Ende der Kundgebung Pro NRW die deutsche Nationalhymne - welch ein Missbrauch - lautstark erklingen ließ und für gute 3 Stunden vielen Menschen die Zeit geraubt und demokratische Kröfte gebunden wurden, anstatt Zeit und Kräfte sinnvoller für (=PRO !) ein menschenwürdigeres NRW einzusetzen.

Auch wenn "nur" 200 Menschen gegen das Gedankengut von PRO NRW demonstriert haben, so waren es immerhin 10mal mehr Menschen, als die von PRO NRW; und das soll uns Mut machen, erst recht weil auch keine echte Zuhörerschaft zu sehen war. Nazis und Gleichgesinnte sind "Ewig-Gestrige" und stören die Menschheit nur beim Aufbau einer wirklich gerechten Gesellschaftsstruktur.

Ich freue mich, dass PRO NRW und ihre gleichgesinnten Gruppierungen am 13. Mai bei der Landtagswahl ihre politische Bedeutungslosigkeit vor Augen geführt bekommen.

Ein herzliches Dankeschön an diesem Morgen gilt der türkischen Gemeinde für Ihre wohltuende Versorgung mit Tee und Leckerbissen sowie dem trockenen Unterstand auf der Baustelle der neuen Yunus-Emre-Moschée, wo es zu zahlreichen Begegnungen zwischen den Kuturen gekommen ist.

Roberto Graf

In einem Mail-Rundbrief bedankte sich Herr Kol für unsere Solidaritätsbekundung wie folgt:

Liebe Freunde und Freundinnen, 
 
als Eure Türkisch-Islamische-DITIB-Gemeinde in Aachen möchten wir uns hiermit bei allen Unterstützern herzlich bedanken.

Wir haben
gestern gemeinsam für unsere gemeinsame Zukunft gegen die Hetze von ProNRW friedlich Widerstand geleistet.

Wir haben den Provokateuren gezeigt, dass Sie uns nicht für ihre schmutzigen Ziele instrumentalisieren könnnen.

ProNRW zog gestern von unserer Stadt nach Bonn mit ihrer "Maximale Provokation" weiter. Leider haben sie dort und auch in Solingen ihr Ziel erreicht.

Wir als
DitiB-Gemeinde in Aachen lehnen jegliche Gewalt ab. Wir dinstanzieren uns eindeutig von Aktionen

marginaler Gruppen wie z.B. die der Salafisten. Denn solche Verhaltensweisen schaden dem wahren Islam, den Muslimen und sowie unserer ganzen Gesellschaft.

Mit herzlichen Grüßen
Abdurrahman Kol

Vorsitzender
DITIB-Türkisch-islamische Gemeinde zu Aachen

weitere Infos und Zeitungsberichte

Aufruf

AZ vom 07.05.2012: Starkes Plädoyer für eine Zukunft im Miteinander
AN vom 07.05.2012: Islamfeindliche Karikaturen auch an der Moschee gezeigt
AZ vom 09.05.2012: Wirklich über Gott und die Welt sprechen (Kommentar von Andrea Kett, Bistum Aachen

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